
Historie der SG „Aufbau“ Halbe e. V.
Die SG Aufbau Halbe e. V. blickt auf eine mehr als 100-jährige, bewegte Sporttradition zurück.
Die Geschichte des Vereins ist eng verknüpft mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Region – und vor allem mit der Leidenschaft der Menschen in Halbe für Sport, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement.
Die Anfänge des Sports in Halbe (1891–1921)
Bereits ab 1891 fanden sich sportbegeisterte junge Männer in Halbe zusammen, um gemeinsam zu turnen und die körperliche Ertüchtigung zu pflegen. Man bildete eine erste Turnerriege und traf sich zu regelmäßigen Übungen auf dem Hof der Gemeindeschule.
Im Juni 1902 entstand daraus der Männer-Turnverein Halbe, der sich dem Zentralverband des deutsch-österreichischen Turnerbundes anschloss. Die Devise lautete nach Turnvater Jahn:
„Frisch, fromm, fröhlich und frei!“
Regelmäßig wurden Anturnfeste durchgeführt, zunächst im Wolf’schen Saal am Bahnhof, später im Biergarten. Erste Leiter waren Paul Lehmann und Paul Wedel, ab 1912 folgte Tischlermeister Pint.
Ganz oben erkennt man eine originale Einladung zum Anturnfest am 25.05.1913
Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Turnen in Halbe einen deutlichen Aufschwung. 1919 wurde der Turnbetrieb neu organisiert, der Gasthof „Zur Linde“ wurde Vereinslokal und Turnsaal. Die Mitglieder beschlossen zudem eine neue Satzung und nannten sich fortan Freie Turnerschaft Halbe.
Ein Höhepunkt jener Zeit war das große Gau-Turnfest am 4./5. September 1925 in Halbe mit 25 Vereinen und rund 1.000 Gästen. Die Jugendriege aus Halbe errang am Barren den Titel „Turngau-Bezirksmeister“ – ein bedeutender sportlicher Erfolg jener Epoche.
Die „blauen Turner“ und die Gründung des TUS Halbe (1921–1945)
Nach politischen Spannungen in der Turnerschaft während der Novemberrevolution formierten sich in Halbe die sogenannten „blauen Turner“ als bürgerliche Gegenbewegung zu den „roten Turnern“.
Unter der Führung der Sportler Roedel, Gottlieb jun. und Krummbach gründeten sie am 9. Juli 1921 den Turn- und Sportclub (TUS) Halbe.
Neben Geräteturnen gewann nun die Leichtathletik und der aufkommende Volkssport Fußball an Bedeutung.
Mehrere Turniere fanden statt – eine Postkarte aus dem Jahr 1930 belegt die rege Wettkampftätigkeit.
Der Verein blieb auch in den 1930er-Jahren sportlich aktiv, bis der Zweite Weltkrieg viele Entwicklungen zum Erliegen brachte.
Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg – die Sportgemeinschaft (SG) (1945–1956)
Nach 1945 organisierte sich der Sport in Halbe neu. Man gründete die Sportgemeinschaft (SG). Zu den Sportarten gehörten nun:
Fußball
Handball
Turnen
Gymnastik – besonders beliebt bei Frauen
Die Sportgemeinschaft wuchs schnell und wurde zu einem wichtigen Treffpunkt für Alt und Jung.
Von der BSG zur SG „Aufbau“ Halbe (1956–1990)
Im Oktober 1956 erfolgte die Umbenennung in Betriebssportgemeinschaft (BSG) „Aufbau“ Halbe.
Mit über 200 Mitgliedern entwickelte sich die BSG zu einem der wichtigsten Sportvereine der Region. Ob Dorf-Sportfeste, große Veranstaltungen oder Wettkämpfe: Die BSG war stets präsent und trug erheblich zum gesellschaftlichen Leben in Halbe bei.
Typische Elemente dieser Zeit waren Turnvorführungen, Reifenübungen, Tanzspiele, aber auch klassische Leichtathletik und natürlich viel Fußball.
Durch das Engagement vieler ehrenamtlicher Mitglieder entstand außerdem ein eigenes Sportlerheim – noch heute eines der Herzstücke des Sportlebens in Halbe.
Neugründung 1991 – SG „Aufbau“ Halbe e. V.
Nach dem Mauerfall und der politischen Einheit Deutschlands, wurde der Verein 1991 neu als SG „Aufbau“ Halbe e. V. eingetragen.
Der Verein bot seitdem ein breites Sport- und Freizeitangebot an und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem beliebten Mehrspartenverein mit besonderem Schwerpunkt auf Jugend- und Fußballförderung.
Unser Verein steht heute (2025) für:
- gelebte Vereinskultur
- starke Jugendarbeit und Nachwuchsförderung
- familiäres Miteinander
- regelmäßige Turniere und Veranstaltungen
- Zusammenarbeit zwischen Schule, Feuerwehr und lokalen Vereinen
